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Angst vor Erdgas-Opec

Kommentar

Von Daniel Wetzel

Das Erdgas ist wahrscheinlich eines der letzten Güter in Deutschland, dessen Preis nicht von Angebot und Nachfrage abhängt. Weil die großen Gaskonzerne vor Jahrzehnten bereits ihre Tarife an den Erdölpreis gekoppelt haben, bestimmt indirekt das Erdölkartell Opec, wie viel der Besitzer einer Erdgasheizung letztlich für seinen Brennstoff zahlen muss. Die zementierten Preise schmerzen aber besonders die Industrie. Denn die hat keine Möglichkeit, den Brennstoff Öl in Hochpreis-Phasen gegen ein billigeres Substitut zu tauschen. Kein Wunder also, dass der Deutsche Industrie- und Handelstag jetzt von den Versorgern fordert, das marktfremde Instrument der Preisbindung endlich aufzugeben.

Doch ob damit niedrigere Gaspreise garantiert wären, ist zweifelhaft. Denn das Angebot in Deutschland wird von nur wenigen Lieferanten beherrscht. Knapp 60 Prozent des hier verbrauchten Erdgases stammt aus Russland, Norwegen und Algerien. Die drei Nicht-EU-Länder denken bereits darüber nach, eine Art Erdgas-Opec zu gründen. Käme das Kartell zustande, könnten wir den deutschen Gasmarkt liberalisieren soviel wie wir wollten: Das Ausland würde die Preise diktieren.

Es ist zwar richtig, dass die Ölpreisbindung in diesem Fall den Verbraucher vor Höchstpreisen schützen kann. Doch ein Freibrief gegen Wettbewerb kann dieses Argument nicht sein. Der Verbraucher und Endkunde muss mehr Freiheiten haben, bei der Wahl des Versorgers und des Tarifmodells. Die industriellen Gaskunden können es sich nicht leisten, im Wettbewerb die Chancen zur Kostensenkung auszuschlagen.

Quelle: Welt, Die Wirtschaft 19.2.2001

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